Seit 2018 gibt es in Deutschland eine gesetzliche Anerkennung von nicht-binären Geschlechtsidentitäten. Die Vorstellung von mehreren Geschlechtern hat dagegen bereits eine lange Tradition. In Platons »Symposion«, seinen philosophischen Betrachtungen über die Liebe, wird in der »Rede des Aristophanes« die ursprüngliche Gestalt der Menschen beschrieben: Als vierarmige Kugelwesen, die ehemals in drei Geschlechtern existierten, wurden sie schließlich von den Göttern getrennt und begehren seitdem die Wiedervereinigung mit ihrer anderen Hälfte, verschiedene sexuelle Identitäten und Orientierungen existieren dabei gleichberechtigt nebeneinander.

In der szenischen Komposition »4 Hände« von CHEN Chengwen + Tobias Klich werden jeweils zwei Musiker*innen an nur einem Instrument gezeigt, die zu einem einzigen, vierhändig agierenden Wesen verschmelzen. Die drei Werke für Gitarre, Violoncello und Akkordeon werden dabei in einen Dialog gesetzt mit Auszügen aus Platons »Symposion«.

Was bedeutet es, auf solch einem engen Raum zu kooperieren? Welche Impulse könnte dieses Modell für gesellschaftliche, symbiotische Kooperationsformen liefern? Oder für neue Liebesformen?

Im vergangenen Jahr wurden einige dieser vierhändigen Stücke im Sendesaal Bremen aufgenommen. Zeitgleich zur Veröffentlichung der DVD in der Edition zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats in Koproduktion mit dem Deutschlandfunk, findet am 3. und 4. September nun die erste Gesamtaufführung im Sendesaal Bremen statt.

PROGRAMM

CHEN Chengwen + Tobias Klich
4 Hände (2016–2020)
szenische Komposition
im Dialog mit Platons Symposion
für Gitarre, Violoncello, Akkordeon
zu jeweils vier Händen und eine Stimme

Uraufführung der Gesamtfassung

Dauer: etwa 75 Minuten

Angela Postweiler (Stimme)
John-Robin Bold + Henrik Dewes (Gitarre)
Séverine Ballon + Åsa Åkerberg (Violoncello)
Olivia Steimel + Predrag Tomić (Akkordeon)

CHEN Chengwen + Tobias Klich
(Konzept / Komposition / Inszenierung)

Programmheft zum Herunterladen (pdf, 3 MB)

Tickets (5 €) zu bestellen beim Sendesaal Bremen:

03.09.2021 – 20:00 Uhr – Sendesaal Bremen
04.09.2021 – 20:00 Uhr – Sendesaal Bremen


Gefördert vom Musikfonds e. V. mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Sonderprogramms Neustart Kultur und der Waldemar Koch Stiftung.

Foto © James Chan-A-Sue

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1. März 2017