Eine konzertante Installation für Flöte, Endoskop-Kamera, Video und Objekte.

Prozesse der Klangentstehung. Die Flöte eine Baustelle. Rohre, Lungen, Münder, Versuchsanordnungen. Luft formt den Flötenklang, setzt Objekte in Bewegung, wird geformt durch Münder, Mündungen und Magneten, transformiert sich durch Text und in elektronisch verwandelte Stimmen.

Die Flöte, hinlänglich in ihren Ausdrucksmöglichkeiten ergründet, so die zeitgenössische Rede, legt in diesem Programm ungeahnte verborgene Geheimnisse frei. Die charakterstarken Werke lassen in ihren grundverschiedenen Kontexten jedes Flöten-Klischee vergessen. Die Auseinandersetzung mit dem Objekt Rohr in vielerlei Facetten, der Sprachähnlichkeit der Flöte und generell eine Annäherungsweise, die den Mythos Flöte einmal beiseitelässt, lassen Musik entstehen, deren Besetzung frei von vertrauten Klanggesten ist und das Publikum in neu gehörte Wahrnehmungswelten führt. Die Zuhörer gehen in ein Flötenkonzert und hören kein Flötenkonzert. Und doch hat man es sehr wohl mit Flöte zu tun. Jedes Stück erfordert einen spezifischen Aufbau, dessen Erscheinung bereits Neugierde weckt. Die Rezeption der Werke verändert sich zusätzlich durch die stark ausgeprägte visuelle Ebene der Stücke. Auf unterschiedliche Weise ist das Sichtbare in den Stücken als strukturbildendes Element mitkomponiert, so dass das Programm wie nebenbei die Unverzichtbarkeit von Konzerten deutlich macht.

Der künstlerische Zauber der Stücke dieses Programmes, die so unterschiedlichen Perspektiven auf das Rohr und die Programmdramaturgie lösen ein, was mit diesem Konzept erhofft war.

PROGRAMM

Annesley Black (*1979)
innermost tidings of the tube (2018)
für Flöte und Endoskop- Kamera

Marianthi Papalexandri-Alexandri (*1974)
Untitled (2009) für präparierte Flöten und mechanische Klangerzeuger

Thierry Tidrow (*1986)
Shelter (2019) für Piccolo

Matthias Kaul (1949–2020)
Münder (2016) für Bassflöte, 2 Flaschen, Tischabfallbehälter und Objekte

Neo Hülcker (*1987)
Bauvorhaben (2014/15)
für Flöte und Video

Astrid Schmeling (Flöte)
Stefan Troschka (Klangregie / Video)

Eintritt frei. Spenden willkommen.
Anmeldung erforderlich unter:
kontakt@tritonus-verein.de

Photo: Astrid Schmeling, © André Fischer

HörenSehen 2022 wird gefördert vom Senator für Kultur Bremen, Katrin und Werner Rabus, u.a.

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9. Februar 2022